Sie sind hier:  Startseite » Katalog » Die Handarbeit hinter dem Klick
2. Qualität Fahne Schweiz CH gedruckt | 150 x 150 cm
2. Qualität Fahne Schweiz CH gedruckt | 150 x 150 cm
Bisher:  79,90 CHF
Jetzt: 29,95 CHF
Gültig bis 31.10.2017, 00:00:00 Uhr
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Wochen
Tage
Stunden
Minuten
Sekunden
Gutschein einlösen
Tragen Sie bitte Ihren Gutscheincode ein.

einlösen
Interessantes
Fahnenwelt Blog
Alle Themen
 Bootsfahnen (2)
 Diverse Artikel (3)
 Fahnen für spezielle Gelegenheit (5)
 FAQs zu Fahnenmast und Fahnen (9)
 Messer und Taschenmesser (2)
 Wissenswertes zu Fahnen & Flagge (17)
 Schweizer Fahnen (6)
 Fahnen und Flaggen (12)

 Artikel durchsuchen  
suchen

Die Handarbeit hinter dem Klick

Informationen Rot-Weiss, Grün-Weiss-Rot, Gelb-Rot-Schwarz: eine bunte Mischung an Fahnen und Zubehör verteilen Vreni und Ursi an diesem verschneiten Wintermorgen in die beigen Körbchen auf den Lagerwägelchen. „Ui, aufpassen“, mahnt Ursi, „dieser Kunde da möchte zwei Schweizer Tischfahnen: eine mit und eine ohne Stange, Spitze und Sockel.“
„Den Kopf muss man schon beieinander haben, wenn man die Onlinebestellungen zusammenstellt“, bestätigt Vreni, bevor sie wieder zwischen den Gestellen verschwindet.

Sieht man sich im Handlager der Fahnenwelt um, weiss man rasch, warum es Konzentration braucht: Fein säuberlich stehen von Aargau bis Zürich, von Afghanistan bis Zypern Karton an.
Karton, sortiert nach Qualität, Grösse und Format im ehemaligen Postgebäude von Feldbrunnen. 

Die Mitarbeiterinnen wissen, dass eine falsch verstaute Fahne eine verlorene Fahne ist.
Vreni taucht wieder auf, streicht auf dem Lieferschein durch, was sie in den Korb gelegt hat, und verschwindet sogleich wieder zwischen den Gestellen, um einen rostfreien Karabiner zu holen.

Jeweils am Montag und Donnerstag sind die beiden Mitarbeiterinnen für die Auslieferung der Onlinebestellungen B-Post zuständig. Sie arbeiten einander in die Hand: sucht Vreni etwas, weiss Ursi, wo der Artikel zu finden ist. Und umgekehrt.
Achtzehn Körbchen sind schon gefüllt, beim neunzehnten muss Vreni noch Hand anlegen. Sie steckt einen Holzfahnenmast, so lang und dünn wie ein Bleistift, in eine altmodische Spitzmaschine. „Dreimal umdrehen!“, lacht Vreni, sonst passt er nicht in den rosettenförmigen Sockel aus Kunststoff. Sie überprüft kurz, ob der Mast auch wirklich hält, und flitzt schon wieder Richtung Wägelchen. Die fünfundzwanzig Körbchen sind im Nu voll, nun geht’s ans Einpacken: „Fahne Schweiz, sechzig mal sechzig?“ - „Ja!“ „USA Tischfahne ohne Ständer?“ – „Ja!“ „Sockel für Tischfahne, Kunststoff, Zweiloch?“ – „Ja!“ „Magnet Zürich?“ – „Ja!“

Ursi und Vreni überprüfen erneut, ob sie für jeden Kunden alles haben. Ein zweites Mal häkeln sie die Artikel auf den Listen ab. Denn falsch gelieferte Waren sind mühsam: sowohl für den Kunden, als auch für fahnenwelt.ch. Während die beiden am Packtisch einpacken, die Päckli wägen und entsprechend Marken draufkleben, gönnt sich der Geschäftsführer eine Tasse Kaffee. Sein Blick schweift zum Fenster hinaus, hinüber zu einer Schweizerfahne, die müde im Schneegestöber hängt. „Das Gute an dieser Art von Onlinehandel ist, dass der Kunde weiss, was er zu erwarten hat“, sagt er und rührt in der Tasse. Wer eine Schweizerfahne bestellt, weiss, dass er ein weisses Kreuz auf rotem Hintergrund erhält. Der Kunde muss sich nur noch für Mass, Format und Qualität entscheiden. Apropos Qualität: Früher oder später setzt das Wetter allen Fahnen zu. „Vor allem die UV-Strahlung macht den Flaggen zu schaffen“, weiss Roger Howald. Er stellt die leere Tasse hin. Setzt sich wieder an den PC. Eine seiner Hauptaufgaben besteht inzwischen darin, die Keywords für den Webshop zu optimieren, damit der Kunde rasch findet, was er sucht.

Ins Leben gerufen hat er den Onlineshop, weil er nie entspannt in die Ferien fahren konnte. „War ich in den Ferien und hatte keinen Kundenkontakt, so war der Umsatz weg“, erinnert sich der Inhaber. Mit dem Webshop hat er mehr Freiraum gewonnen: „Die Leute können über das Internet bestellen, auch wenn ich mal ein paar Tage weg bin.“ Und er weiss, dass er sich auf sein Team verlassen kann. Dazu gehört auch Simone. Die Maturandin unterstützt die Fahnenwelt im administrativen Bereich, ist zuständig für Bestelllisten und Telefonate, wenn der Chef mit seiner Familie in den Ferien ist. Und natürlich kann er sich auch auf Ursi und Vreni verlassen. „Das ist ein 7-Franken-Paket, gell?“, fragt Ursi und legt zur Sicherheit das Päckli doch noch auf die Waage. Mit dieser Tätigkeit erhält die ehemalige Poststelle sogar einen Teil ihres ursprünglichen Zwecks zurück.

Kann man in einem Onlineshop offline einkaufen? Man kann. So wie der Kunde an diesem verschneiten Vormittag, der für die bevorstehende Fasnacht Fahnen mit mittelalterlichen Motiven sucht. Er ist zuständig für die Deko eines Saales. Gemeinsam mit Roger Howald sucht er nach geeigneten Fahnen. „Wie wär‘s mit dem Einhorn auf blauem Hintergrund?“, fragt Roger Howald.

Der Kunde bejaht und nimmt noch das Einhorn auf schwarzem Hintergrund dazu. Zu den Einhörnern gesellen sich achtzehn weitere Fahnen: Motive wie Rose, Löwe, Drache oder ein Davidskreuz landen auf dem Ladentisch.


Etwas unsorgfältig legt sie der Kunde zusammen und erklärt, dass er die Fahnen sowieso immer aufbügeln lässt, bevor er sie aufhängt. „Wie heiss muss Fahnen eigentlich bügeln?“, fragt er jetzt. „Jedenfalls nicht zu heiss!“, mahnt Roger Howald. Gerade kürzlich habe ein Kunde angerufen, seine Fahne habe nach dem Bügeln braune Streifen erhalten. Die Männer schmunzeln.

Vreni und Ursi hätten die Antwort auf die Bügelfrage sicher gewusst. Aber die sind schon unterwegs. Mit fünfundzwanzig bunt bepackten Paketen durchs Schneegestöber Richtung Poststelle in Solothurn.

 

Geschrieben von Katrin Beer im Feb. 2015 | Suchen Sie einen Text-Profi, dann besuchen Sie www.text-profi.ch